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Am 25.
November 1990 wurde Amadeu Antonio in Eberswalde von einer Gruppe
Heavy Metals und Skinheads, unter ihnen junge Eberswalder, bei
einem Angriff auf einen Treffpunkt von Vertragsarbeitern schwer
verletzt.
Amadeu Antonio wurde am 12. August 1962 in Quimbele, in der Provinz
Uige nordöstlich von Luanda in Angola geboren. Er war
das älteste von insgesamt 12 Kindern der Helena Alfonso.
Bevor er als Vertragsarbeiter in die DDR kam, hatte er in Brasilien, |
Portugal und der Sowjetunion Ausbildungen
absolviert. Er hoffte auf ein Studium der Flugzeugtechnik,
wurde aber in Eberswalde, wie die meisten seiner Landsleute,
als Fleischer ausgebildet.
Nach Ablauf des Arbeitsvertrages verlängerte sich sein Aufenthalt,
weil seine deutsche Freundin ein Kind erwartete.
Noch vor der Geburt des Kindes starb Amadeu Antonio am 6. Dezember
1990 nach zweiwöchigem Koma an den Folgen des rassistischen Überfalls.
Der Liedermacher Konstantin Wecker fast das Geschehen in einer Ballade
zusammen. Am Ende seines Liedes steht der Aufruf, etwas Ähnliches
nie mehr hinzunehmen.
Ja, den Amadeu, den Angolaner, den habns
daschlagn, datreten, weil er Neger war, weils ihrn Spaß
haben wollten, und drei Polizisten sind dabeigstanden
und wollten "mit dieser Gruppe nicht in Konflikt
geraten". Siehst as jetzt, wia weit ma wieder san?
"
Deutschland den Deutschen", grölts durch
Eberswalde, und mit Baseballschlägern und Messern
gehts den Negern an den Kragen. Die laufen um ihr
Leben, Willy, aber oan dawischns no, und Eberswalde
schweigt dazu, denn a bisserl lästig warns halt doch,
die vielen Neger, und dann kreisen sie den Amadeu
ein und schubsen ihn herum, ja ma wird doch an so an
Neger noch a bissen schubsen dürfa, und der Antonio
Amadeu Kiowa versteht die Welt nicht mehr und zittert
und schreit, und Eberswalde schweigt dazu, aber
Deutschland gehört nun mal den Deutschen. Klar, sie
haben sichs ja alle verdient, ein sauberes, ein reiches
Land, und dann ziehen sich die Glatzen Kapuzen übern
Kopf und binden sich Tücher vors Gesicht, wie im
richtigen Kino, und dann springen sie dem Amadeu mit
ihren schweren Stiefeln ins Gesicht, immer und immer
wieder. Willy, mein Gott, Willy, mir kanntn di wieder so
braucha, wir alle braucha doch oan wies du oana bist,
Willy, da muaß doch was gscheng, da müaß ma doch
was doa, alle miteinander:
Gestern habns an Amadeu daschlagn,
aber heit, aber heit, aber heit,
heit halt ma zsamm.
Gestern habns an Amadeu daschlagn,
aber heit, aber heit, aber heit, heit
halt ma zsamm.
Konstantin Wecker - Willy II (Die Ballade von Antonio Amadeu Kiowa),
Textauszug
Der ganze Text ist hier zufinden: http://www.wecker.de/lieder.html
Geschichte der angolanischen Vertragsarbeiter in Eberswalde
Ein Teil der in Eberswalde lebenden AusländerInnen sind bereits zu DDR-Zeiten gekommen.
Die ersten Vertragsarbeiter kamen 1968 aus Ungarn nach Eberswalde. Sie waren vorwiegend im VEB Kranbau Eberswalde und im VEB Walzwerk Finow beschäftigt. 1974 folgten Algerier. Später kamen vietnamesische und mosambiquanische VertragsarbeiterInnen.
Am 03.08.1987 trafen 104 Angolaner in Eberswalde ein. Sie arbeiteten im SVKE Britz (Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde).
Im Jahr 1989 waren im Kreis Eberswalde 241 Vertragsarbeiter/innen aus Mosambique und 85 aus Angola ansässig.
Beschäftigt waren sie hauptsächlich im VEB Kranbau Eberswalde, im VEB Walzwerk Finow, im RAW Eberswalde (Reichsbahnausbesserungswerk) und im SVKE Britz.
Grundlage der Beschäftigung der Vertragsarbeiter waren seit 1968 Abkommen zwischen der DDR und den jeweiligen Staaten.
Mit der Wende waren die VertragsarbeiterInnen die ersten, die entlassen wurden, und die Regierungsabkommen wurden annuliert. Somit war die aufenthaltsrechtliche Situation vollkommen ungeklärt.
Erst 1997 wurden die VertragsarbeiterInnen den Gastarbeitern aus den alten Bundesländern gleichgestellt und konnten ein dauerhaftes Bleiberecht erlangen.
Der Afrikanische Kulturverein Palanca e.V. erstellte gemeinsam mit der Eberswalder Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit (mit dem damaligen Koordinator Dr. Mohamed Hamdali) im Jahr 2004 die Ausstellung "Geschichte der angolanischen Vertragsarbeiter in Eberswalde".
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Konstantin Wecker
Die Ballade von Amadeu Antonio Kiowa
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Ausstellung "Geschichte der angolanischen Vertragsarbeiter"


Vor dem Wohnheim (Quelle: Jone Munjunga)

Besuch (Quelle: Jone Munjunga)

Im Hüttengasthof (Quelle: Jone Munjunga)
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